Säuretests
- Schutzbrille: Immer tragen - Säurespritzer können Blindheit verursachen
- Handschuhe: Säurebeständige Nitrilhandschuhe verwenden
- Belüftung: Nur in gut belüfteten Bereichen oder unter Abzug arbeiten
- Erste Hilfe: Spülstation und Neutralisationsmittel bereithalten
- Verdünnung: Nur verdünnte Säuren für Feldtests verwenden
⚗️ Reaktionsprinzip
Chemie: CaCO₃ + 2HCl → CaCl₂ + H₂O + CO₂↑
Beobachtung: Sichtbare Gasbläschen (CO₂)
Hörbar: Zischende oder brausende Geräusche
Test: Ein Tropfen 10%ige HCl auf frische Oberfläche
🫧 Calcit - CaCO₃
Reaktion: Sofortiges, starkes Aufbrausen
Intensität: Deutlich sichtbare CO₂-Blasen
Temperatur: Kalte Säure reicht aus
Charakteristisch: Heftige Reaktion auch bei großen Kristallen
🪨 Dolomit - CaMg(CO₃)₂
Reaktion: Schwaches Aufbrausen bei kalter Säure
Intensität: Wenige, kleine Bläschen
Verbesserung: Starke Reaktion bei warmer Säure
Pulvertest: Gepulvert reagiert Dolomit stärker
🐚 Aragonit - CaCO₃
Reaktion: Starkes Aufbrausen wie Calcit
Unterscheidung: Säuretest allein reicht nicht
Zusätzlich: Kristallform und optische Eigenschaften beachten
Polymorph: Gleiche Zusammensetzung wie Calcit
🌡️ Kalte Säure (Raumtemperatur)
Calcit: Sofortige, starke Reaktion
Dolomit: Schwache oder keine Reaktion
Siderit: Sehr schwache Reaktion
Standardtest: Erste Unterscheidung
🔥 Warme Säure (60-80°C)
Dolomit: Starke Reaktion
Siderit: Deutliche Reaktion
Magnesit: Mäßige Reaktion
Vorsicht: Heißere Reaktionen, mehr Dämpfe
💨 Pulvertest
Methode: Mineral zu feinem Pulver zerreiben
Effekt: Vergrößerte Oberfläche verstärkt Reaktion
Anwendung: Bei schwach reagierenden Karbonaten
Dolomit: Reagiert als Pulver auch mit kalter Säure
💚 Kupferkarbonat-Test
Malachit: Aufbrausen + grüne Lösung
Azurit: Aufbrausen + blaue Lösung
Reaktion: Cu²⁺-Ionen färben die Säure
Diagnostisch: Farbe + Aufbrausen bestätigt Kupferkarbonat
🟤 Eisenkarbonat-Test
Siderit (FeCO₃): Schwaches Aufbrausen
Erwärmung: Verstärkt die Reaktion deutlich
Oxidation: Fe²⁺ oxidiert zu Fe³⁺ in Lösung
Farbe: Gelblich-braune Lösung durch Eisenionen
🧲 Magnetittest kombiniert
Vor Säure: Magnetische Eigenschaften prüfen
Nach Säure: Eisenreiche Karbonate können Eisenhydroxid bilden
Siderit: Oft schwach magnetisch
Ankerit: Eisenreicher Dolomit mit ähnlichen Eigenschaften
🪟 Silikatminerale
Quarz, Feldspat, Glimmer: Keine Reaktion
Olivin: Sehr schwache Reaktion nur bei Verwitterung
Zeolithe: Können schwach reagieren (sekundäre Karbonate)
Ausnahme: Verwitterte oder alterierte Silikate
💧 Sulfatminerale
Gips, Anhydrit, Baryt: Keine CO₂-Entwicklung
Unterscheidung: Ähnliche Härte wie manche Karbonate
Test: Säuretest eindeutig negativ
Zusätzlich: Kristallform und Spaltbarkeit beachten
🔗 Metallische Minerale
Pyrit, Chalkopyrit: Können H₂S-Gas entwickeln (toxisch!)
Galenit: Kann H₂S bilden - nur unter Abzug testen
Oxide: Hämatit, Magnetit - keine Gasbildung
Vorsicht: Unterschiedliche, oft gefährliche Reaktionen möglich
🧪 HNO₃ (Salpetersäure)
Anwendung: Für Sulfidminerale
Pyrit: Löst sich unter Schwefel-Ausscheidung
Galenit: Bildet weißen PbSO₄-Niederschlag
Gefahr: Nitrose Gase (NOₓ) sind hochgiftig
⚗️ H₂SO₄ (Schwefelsäure)
Fluorit: Entwickelt HF-Gas (extrem gefährlich!)
Halit: Entwickelt HCl-Gas
Niemals im Feld: Nur in spezialisierten Labors
Lebensgefahr: HF kann durch Haut eindringen
🔥 Königswasser (HCl + HNO₃)
Anwendung: Löst edle Metalle
Gold-Test: Echtes Gold löst sich
Extrem gefährlich: Nur für Experten
Alternative: Elektronische Goldprüfgeräte verwenden
- Schutzausrüstung anlegen (Brille, Handschuhe)
- Frische Mineraloberfläche anbrechen
- Einen kleinen Tropfen 10% HCl aufbringen
- Sofortige Reaktion beobachten
- Nach 30 Sekunden erneut beurteilen
- Probe mit Wasser abspülen
- Werkzeuge reinigen
🧰 Feldausrüstung
Säure: 10% HCl in Tropfflasche
Schutz: Schutzbrille, Handschuhe
Reinigung: Wasserflasche zum Spülen
Entsorgung: Säure neutralisieren vor Entsorgung
🏠 Laborausrüstung
Abzug: Für alle Säuretests erforderlich
Spülstation: Augendusche und Handwaschbecken
Neutralisation: Natriumbikarbonat bereithalten
Erste Hilfe: Notfallplan für Säureunfälle
❌ Zu starke Säure
Konzentrierte Säuren sind gefährlich und können falsche Reaktionen erzeugen. 10% HCl ist für die meisten Tests ausreichend.
❌ Verwitterte Oberflächen
Verwitterungsprodukte können reagieren, auch wenn das ursprüngliche Mineral nicht karbonatisch ist. Immer frische Flächen testen.
❌ Verunreinigungen
Karbonatische Zemente zwischen anderen Mineralen können falsch-positive Reaktionen erzeugen. Reine Mineralproben verwenden.
❌ Unzureichende Sicherheit
Säurespritzer in die Augen können zur Erblindung führen. Niemals ohne Schutzbrille arbeiten.
♻️ Säure-Entsorgung
Neutralisation: Mit Natriumbikarbonat auf pH 7 bringen
Verdünnung: Mit viel Wasser verdünnen
Entsorgung: Über kommunale Sammelstelle
Niemals: In Ausguss oder Umwelt entsorgen
🌿 Umweltschutz
Minimale Mengen: Nur Tropfen verwenden
Aufsammeln: Kontaminierte Proben einsammeln
Verdünnung: Sofort mit Wasser nachspülen
Schutzgebiete: Tests nur außerhalb sensibler Bereiche