Wichtige Mineraleigenschaften zur Bestimmung
🌈 Idiochromatische Minerale
Konstante Farbe: Malachit (grün), Azurit (blau), Pyrit (messinggelb). Farbe ist diagnostisch und zuverlässig.
🎭 Allochromatische Minerale
Variable Farbe: Quarz (klar, lila, rosa, braun), Fluorit (lila, grün, gelb). Farbe variiert aufgrund von Verunreinigungen.
- Verwitterung kann Oberflächenfarbe völlig verändern
- Anlaufen metallischer Minerale erzeugt falsche Farben
- Spurenverunreinigungen können ungewöhnliche Farbvarietäten erzeugen
- Beleuchtungsbedingungen beeinflussen Farbwahrnehmung
- Verwenden Sie eine unglasierte Porzellan-Strichplatte
- Ziehen Sie das Mineral fest über die Platte
- Beobachten Sie die Farbe des zurückgelassenen Pulvers
- Reinigen Sie die Platte zwischen verschiedenen Mineralen
🔴 Diagnostische rote Striche
Hämatit (Fe₂O₃) zeigt charakteristischen rotbraunen Strich von Eisen(III)-Ladungstransfer-Absorption. Zinnober (HgS) zeigt hellroten Strich von Quecksilber-Schwefel-kovalenter Bindung. Realgar (As₄S₄) zeigt orange-roten Strich von Arsensulfid-Molekülübergängen. Diese charakteristischen Farben resultieren aus spezifischen Elektronenübergängen und Kristallfeldeffekten.
⚫ Schwarze Striche
Magnetit, Chromit, Ilmenit. Viele dunkle Minerale haben schwarze Striche und erfordern zusätzliche Tests.
🟡 Gelbe/Braune Striche
Goethit (gelbbraun), Limonit (gelbbraun), Pyrit (grünlichschwarz). Eisenminerale zeigen oft diese Farben.
⚪ Weiße/Farblose Striche
Die meisten Silikatminerale (Quarz, Feldspat, Glimmer). Nicht-diagnostisch, hilft aber metallische Minerale auszuschließen.
🔗 Metallglanz
Beispiele: Pyrit (FeS₂), Bleiglanz (PbS), Magnetit (Fe₃O₄). Hohe Reflektanz von delokalisierten Elektronen in metallischer Bindung. Brechungsindizes >3.0 mit starken Absorptionskoeffizienten erzeugen spiegelartiges Aussehen. Diagnostisch für Sulfide, Oxide und gediegene Metalle mit freiem Elektronenverhalten.
🪟 Glasglanz
Beispiele: Quarz (SiO₂), Granat (X₃Y₂Si₃O₁₂), Olivin ((Mg,Fe)₂SiO₄). Brechungsindizes 1.4-2.0 mit moderater Dispersion erzeugen glasartiges Aussehen. Resultiert aus kovalent-ionischen Bindungen in Gerüst- und Inselsilikaten. Kritisch zur Unterscheidung transparenter bis durchscheinender nicht-metallischer Minerale.
🦪 Perlmuttglanz
Beispiele: Talk, Muskovit, Gips. Weiche, perlartige Reflexion. Oft mit Spaltflächen verbunden.
🕯️ Fettiger/Harziger Glanz
Beispiele: Nephelin, Zinkblende. Erscheint ölig oder wachsartig. Weniger reflektierend als Glasglanz.
🪙 Übliche Testmaterialien
Fingernagel (2.5), Kupfermünze (3.5), Stahlmesser (5.5), Glasplatte (5.5), Stahlfeile (6.5)
🔍 Testtechnik
Verwenden Sie festen, kontrollierten Druck. Testen Sie auf frischen Oberflächen. Suchen Sie nach tatsächlichen Kratzern, nicht nur Pulverrückständen.
- Weich (1-3): Von Fingernagel oder Münze geritzt
- Mittel (4-6): Von Messer geritzt, ritzt Glas
- Hart (7+): Ritzt Stahl, sehr haltbar
✂️ Vollkommene Spaltbarkeit
Beispiele: Glimmer (1 Richtung), Steinsalz (3 Richtungen), Calcit (3 Richtungen). Bricht entlang glatter, flacher Ebenen.
📐 Spaltwinkel
Pyroxen (90°), Amphibol (120°), Feldspat (90°). Winkel zwischen Spaltebenen ist diagnostisch.
🌊 Muscheliger Bruch
Beispiele: Quarz, Obsidian, Feuerstein. Gekrümmte, muschelartige Bruchflächen. Üblich bei spröden Materialien.
⚡ Unregelmäßiger Bruch
Raue, unebene Bruchflächen. Die meisten Minerale zeigen unregelmäßigen Bruch, wenn Spaltbarkeit fehlt.
🪶 Leichte Minerale (SG 2-3)
Quarz (2.65), Feldspat (2.6), Calcit (2.7). Fühlen sich "normal" schwer für ihre Größe an.
⚖️ Schwere Minerale (SG 4-7)
Magnetit (5.2), Hämatit (5.3), Pyrit (5.0). Merklich schwer für ihre Größe.
🏋️ Sehr Schwer (SG 7+)
Bleiglanz (7.5), Gold (19.3), Platin (21.5). Überraschend schwer, oft metallisch.
🔷 Kubisches System
Beispiele: Steinsalz, Pyrit, Bleiglanz. Gleiche Achsen in 90°-Winkeln. Bildet oft Würfel oder Oktaeder.
📏 Tetragonales System
Beispiele: Zirkon, Rutil, Kassiterit. Quadratischer Querschnitt mit unterschiedlicher vertikaler Achse.
🔶 Hexagonales System
Beispiele: Quarz, Beryll, Apatit. Sechsseitige Prismen mit hexagonalen Querschnitten.
📊 Andere Systeme
Orthorhombische, monokline und trikline Systeme zeigen verschiedene Asymmetrien und Winkel.
🫧 Säurereaktion
Carbonate (Calcit, Dolomit) schäumen mit verdünnter HCl. Dolomit erfordert Pulverisierung für Reaktion.
🔥 Flammtests
Einige Minerale erzeugen charakteristische Flammenfarben. Kupferminerale geben grün, Natrium gibt gelb.
🧲 Magnetische Reaktion
Magnetit ist stark magnetisch. Pyrrhotin ist schwach magnetisch. Die meisten Minerale sind nicht-magnetisch.
⚡ Elektrische Eigenschaften
Einige Minerale leiten Elektrizität (Graphit, Pyrit) oder zeigen piezoelektrische Effekte (Quarz).
💡 Fluoreszenz
Fluorit, Calcit, Willemit leuchten unter UV-Licht. Erfordert UV-Lampe für Feldtests.
🌈 Farbenspiel
Opal zeigt Irisieren, Labradorit zeigt Schillereffekt. Interne Struktur erzeugt optische Phänomene.
🔥 Radioaktivität
Uranminerale (Uraninit, Autunit) sind radioaktiv. Erfordert Geigerzähler zur Erkennung.
👅 Geschmack
Steinsalz schmeckt salzig, Sylvin schmeckt bitter. Nur sicher für bekannte, saubere Exemplare.
Beide sind gelb und metallisch, aber Pyrit ist hart (6-6.5), spröde und hat grünlichschwarzen Strich. Gold ist weich (2.5-3), formbar und hat goldenen Strich.
- Beobachten Sie Glanz (metallisch vs. nicht-metallisch)
- Testen Sie Härte mit einfachen Werkzeugen
- Prüfen Sie Strichfarbe
- Untersuchen Sie Spaltbarkeit/Bruch
- Schätzen Sie spezifisches Gewicht
- Notieren Sie Kristallhabitus und Farbe
- Führen Sie bei Bedarf chemische Tests durch
🏛️ Sammlungen studieren
Besuchen Sie Museumssammlungen, um gut beschriftete Exemplare zu sehen. Handhaben Sie Referenzproben, um taktiles Gedächtnis zu entwickeln.
📖 Mehrere Referenzen verwenden
Vergleichen Sie Beschreibungen in verschiedenen Feldführern. Eigenschaftsbereiche können zwischen Quellen variieren.
🔍 Regelmäßig üben
Testen Sie bekannte Exemplare wiederholt. Bauen Sie Muskelgedächtnis für Härteprüfung und Eigenschaftserkennung auf.
📝 Aufzeichnungen führen
Dokumentieren Sie Ihre Beobachtungen und vergleichen Sie mit Referenzdaten. Notieren Sie, welche Eigenschaften am diagnostischsten waren.
- Kristallographie: Wie Atomanordnung physikalische Eigenschaften kontrolliert
- Optische Mineralogie: Verwendung polarisierter Lichtmikroskopie zur Bestimmung
- Kristallchemie: Wie chemische Substitution Eigenschaften beeinflusst
- Phasenbeziehungen: Wie Temperatur und Druck Mineralstabilität beeinflussen