Sedimentschichten & Stratigraphie
Superpositionsprinzip
In ungestörten Schichtfolgen sind untere Schichten älter als obere. Dieses Grundprinzip ermöglicht die relative Altersbestimmung von Gesteinseinheiten.
Prinzip der ursprünglichen Horizontalität
Sedimentschichten werden ursprünglich horizontal oder nahezu horizontal abgelagert. Geneigte Schichten zeigen spätere tektonische Deformation an.
Prinzip der lateralen Kontinuität
Sedimentschichten erstrecken sich lateral bis sie auskeilen, erodiert werden oder an Beckengrenzen enden.
- Lithostratigraphie: Basiert auf Gesteinstyp und physikalischen Eigenschaften
- Biostratigraphie: Basiert auf Fossilinhalt und biologischer Evolution
- Chronostratigraphie: Basiert auf geologischer Zeit und Alter
- Magnetostratigraphie: Basiert auf magnetischen Polaritätswechseln
Kontinentale Fazies
Fluviale, lakustrine, äolische und glaziale Ablagerungsumgebungen. Charakterisiert durch terrestrische Fossilien und oxidierte Sedimente.
Übergangs-Fazies
Deltaische, ästuarine und Gezeitenebenen-Umgebungen. Zeigen Mischung von marinen und kontinentalen Einflüssen.
Marine Fazies
Schelf-, Kontinentalhang- und Tiefsee-Ablagerungen. Charakterisiert durch marine Fossilien und reduzierte Sedimente.
- Systemtrakte: Lowstand, Transgressive und Highstand System Tracts
- Sequenzgrenzen: Erosions- oder Non-Depositionsflächen
- Parasequenzen: Kleinmaßstäbliche Zyklen binnen größerer Sequenzen
- Maximum Flooding Surfaces: Kondensierte Intervalle maximaler Transgression
Faltung
Plastische Deformation erzeugt Antiklinale und Synklinale. Analyse von Faltengeometrie und -kinematik.
Verwerfungen
Bruchhafte Deformation mit Versatz von Schichtfolgen. Wichtig für strukturelle und kinematische Interpretation.
Diskordanzen
Zeitliche Lücken in der stratigraphischen Aufzeichnung durch Erosion oder Non-Deposition.
- Isotopensystematik: δ¹³C, δ¹⁸O, ⁸⁷Sr/⁸⁶Sr als Umwelt- und Altersindikatoren
- Spurenelemente: Redox-sensitive Elemente für Paläo-Ozeanographie
- Organische Geochemie: Biomarker für Paläoklima und Ablagerungsumgebung
- Mineralchemie: Authigene Minerale als Diagenese-Indikatoren
Lithokorrelation
Korrelation basierend auf ähnlichen Gesteinstypen und physikalischen Eigenschaften. Begrenzt durch Fazieswechsel.
Biokorrelation
Verwendung von Leitfossilien und Fossilvergesellschaftungen für zeitliche Korrelation über große Distanzen.
Chronokorrelation
Absolute Altersbestimmung durch radiometrische Datierung und magnetostratigraphische Marker.
- Hochauflösende Seismik: 3D-Subsurface-Imaging für strukturelle Interpretation
- Digitale Outcrop-Modelle: Photogrammetrie und LiDAR für präzise Aufschlussanalyse
- Cyclostratigraphie: Astronomische Kalibrierung sedimentärer Zyklen
- Machine Learning: Automatisierte Faziesanalyse und Korrelation